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Archive für November 2011
DIE MATERIELLE UND MORALISCHE NÄCHSTENLIEBE
14.11.2011 von Cleide Ferreira.
Aus dem Buch “Das Evangelium im Lichte des Spiritismus”
Wenn wir uns gegenseitig lieben, tun wir für die anderen das, von dem wir uns wünschen, dass sie es für uns tun. Alle Religionen, alle Moral basieren auf diesen zwei Grundsätzen. Wenn sie in dieser Welt befolgt werden würden, wären wir alle vollkommen. Es gäbe keinen Hass oder keine Empfindlichkeiten. Ich füge noch hinzu, es gäbe keine Armut, weil vom Tisch der Reichen sehr viele Arme satt werden könnten. Somit würde man in den Armenvierteln, in denen ich in meiner letzten Reinkarnation gelebt habe, keine armen Frauen mehr sehen, mit Kindern, die Not an allem hatten.
Reiche, denkt darüber nach! Helft soviel wie möglich den Unglücklichen. Gebt, damit Gott euch eines Tages eure Wohltaten belohnt, wenn ihr eueren irdischen Körper verlasst, um ein Gefolge von dankbaren Geistern zu finden, die euch an dem Übergang zu einer besseren Welt empfangen werden.
Wenn ihr die Freude sehen könntet, die ich erlebt habe, als ich diejenigen im Jenseits traf, denen ich in meiner letzten Existenz auf Erden geholfen habe! …
Liebet eueren Nächsten. Liebet ihn wie euch selbst, denn jetzt wisst ihr, dass der Unglückliche, den ihr heute abweist, vielleicht ein Bruder, ein Vater oder ein Freund aus anderen Zeiten sein kann, den ihr fort schickt. Wie groß wäre dann eure Verzweiflung, diesen in der Geistigen Welt wieder zu erkennen!
Ich möchte, dass ihr gut versteht, was moralische Nächstenliebe ist, die jeder ausüben kann und die, materiell gesehen, nichts kostet und trotzdem die schwierigste Form ist, die Nächstenliebe zu praktizieren.
Moralische Nächstenliebe bedeutet, sich gegenseitig zu akzeptieren. Das tut ihr am wenigsten, in dieser niederen Welt, in der ihr momentan reinkarniert seid. Es ist ein großer Verdienst, wenn ihr schweigt, um jemanden, der weniger intelligent ist, reden zu lassen; das ist auch eine Art von Nächstenliebe. Sich taub zeigen, wenn ein ironisches Wort aus dem Mund eines Menschen kommt, der gewohnt ist, andere zu kritisieren; oder das verächtliche Lächeln eines Menschen nicht zu sehen, mit dem ihr empfangen werdet, von Personen, die sich oftmals erhabener als euch einschätzen. In dem spirituellen, dem einzig wahren Leben, sind sie oftmals viel niederer als ihr. Das ist daher nicht ein Verdienst, der Demut, sondern der Nächstenliebe, weil moralische Nächstenliebe darauf besteht, sich nicht mit den Fehlern unserer Nächsten zu beschäftigen.
Diese Nächstenliebe soll indes nicht verhindern, dass wir andere Arten von Nächstenliebe praktizieren. Hütet euch aber vor allem, euren Nächsten zu vernachlässigen. Denkt an all das, was ich euch gesagt habe, nach: Ihr sollt euch immer daran erinnern, dass, in dem ihr einen armen Menschen vertreibt, ihr vielleicht einen euch früher nahe stehenden Geist vertriebt, der sich im Moment in einer schlechteren Lage unter euch befindet. Ich habe einige von den Armen euerer Welt hier wieder getroffen, denen ich glücklicherweise ein paar Mal geholfen habe und die ich jetzt hier um Hilfe bitten muss.
Vergesst nicht, dass Jesus sagte, wir seien alle Brüder und denkt immer daran, bevor ihr einen Bettler oder Leprakranken zurückweist. Auf Wiedersehen, vergesst die Leidenden nicht und betet für sie.
(Schwester Rosalie, 1860)
Download kostenlos “Das Evangelium im Lichte des Spiritismus”
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